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Keskkonnafilosoofia ja loodusmõte Balti kultuuriruumis
Neljas rahvusvaheline baltisaksa kirjakultuuri sümpoosion
27.–29. septembril 2007 Tartus


Umweltphilosophie und Naturdenken im baltischen Kulturraum

IV. internationales Symposion zur deutschbaltischen literarischen Kultur
Tartu, 27.–29. September 2007


Environmental Philosophy and Landscape Thinking

The Fourth International Symposium on Baltic German Literary Culture
27−29 September 2007 in Tartu

Programm


Organisatoren:
Under-und-Tuglas-Literaturzentrum der Estnischen Akademie der Wissenschaften/Tallinn
Institut für Semiotik/Universität Tartu

In Zusammenarbeit mit:
Jakob von Uexküll Zentrum/Tartu, Wissenschaftszentrum der Universitätsbibliothek Tartu, Estnischen Goethe-Gesellschaft/Tartu, Forschungnetzwerk ”Nature, Nation und Identity” (NNI) /Hamburg, European Association for the Study of Literature, Culture and Environment (EASCLE)

Förderer:
Eesti Kultuurkapital, Eesti Teadusfond, Hasartmängumaksu Nõukogu, Presidendi Kultuurirahastu, Tartu Kultuurkapital, Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Latvijas Zinātnes padome, Deutsche Forschungsgemeinschaft

 

Jede Umwelt bildet eine in sich geschlossene Einheit, die in all ihren Teilen durch die Bedeutung für das Subjekt beherrscht wird.

Jakob von Uexküll

Iga omailm on iseendasse sulgunud üksus, mille kõiki osasid valitseb talle subjekti poolt omistatud tähendus.

Jakob von Uexküll

Kleine Völker haben schon deswegen einen weiteren Horizont, weil sie an der Existenz der anderen nicht vorbeikönnen.

Uku Masing

Väikseil rahvail on juba seetõttu avaram silmaring, et nad ei pääse mööda teiste olemasolust.

Uku Masing

Umweltphilosophie und Naturdenken im baltischen Kulturraum.
Zur Einführung. Jaan Undusk

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Die räumliche Dimension der Kultur, ihre natürliche, landschaftliche, territoriale oder regionale Existenz und Konstruktion wurde in den letzten Jahren auch in Estland verstärkt in den Kulturwissenschaften thematisiert (spatial turn). Die mit der Geburt des Cyberspace entstandenen Hoffnungen und Befürchtungen vor einem Verlust des Raums haben sich als vorschnell erwiesen. Ganz im Gegenteil, führte dieser oft zu einer immer genaueren, intimeren, sinnlicheren Erkundung der direkten Umgebung.

Ist eine differenziertere Wahrnehmung der Umwelt ein Zeichen kleiner Kulturen, bzw. laufen größere Kulturen womöglich eher Gefahr, die eigene Umwelt als einzig objektive Welt wahrzunehmen und alle Abweichungen von ihrer Weltanschauung als Fehler, Störungen oder Zeichen des Wahnsinns anzusehen? Welche unterschiedlichen Umwelten finden sich im historischen Raum des Baltikums, von wem wurden sie für welche Zwecke konstruiert und in welcher Verbindung standen und stehen sie mit den politisch vorherrschenden nationalen oder übernationalen Raummodellen? Wie wurde der Zusammenhang von Landschaft, Natur und Sprache in den unterschiedlichen nationalen und fachinternen Diskursen thematisiert und wie wurde er in der Politik aufgegriffen?

Auf diese und andere das baltische Naturdenken in historischer und theoretischer Dimension betreffende anregende Fragen erhoffen wir uns im interdisziplinären Austausch innovative Antworten.

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An einem der drei Tage des Symposions wird ein Theorieseminar zum Thema “Methoden und theoretische Perspektiven der Ökokritik” durchgeführt. Die Ökokritik (engl. Ecocriticism) ist eine aus Amerika stammende, in erster Linie beschreibende, essayistische und teilweise moralisierende Teildisziplin der Kulturwissenschaften, die sich durch die Heterogenität ihrer Forschungsansätze, theoretische Anleihen aus unterschiedlichen Paradigmen und deren Verschmelzung in neuen Kontexten auszeichnet. Diese Tatsache erschwert einerseits die Begründung eines neuen einheitlichen Paradigmas, birgt jedoch andererseits ein großes Potential an differenzierten, originellen und alternativen Untersuchungsmöglichkeiten. Das Ziel des Seminars ist es, die theoretische Vielseitigkeit des Ökokritik, ihre Widersprüche und ihren eklektizistischen Charakter aufzuzeigen und ihre Möglichkeiten zur theoretischen und methodologischen Paradigmenbildung auszuloten.

Das Seminar widmet sich folgenden Themenbereichen:
- den Berührungspunkten zwischen Öko-, Literatur- und Kulturkritik, Naturwissenschaften und Semiotik (v.a. J. von Uexküll);
- diversen Umwelten, der theoretischen Multidimensionalität der Ökokritik, ortsgebundenen Traditionen der literarischen Naturdarstellung, den Möglichkeiten und Notwendigkeiten kulturspezifischer ökokritischer Ansätze, europäischen und (deutsch)baltischen Traditionen der Naturbeschreibung und dem Denken über Natur;
- Untersuchungsgegenständen der Ökokritik in Literatur und Kultur (Literaturökologie, Naturlyrik, Naturfilme, Umweltkunst etc.), ihre Eigenarten und Analysemöglichkeiten anhand diverser ökokritischer Ansätze.

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Um Einsendung von Themenvorschlägen samt einem Exposé mit den Thesen des geplanten Vortrages (max. 2000 Zeichen) auf deutsch oder englisch bitten wir bis zum 15. April 2007 an Liina Lukas (liina.lukas(at)ut.ee) oder Kadri Tüür (tyyr(at)ut.ee).


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